Archiv des Autors: rbircher

Über rbircher

1980 geboren, körperlich behindert, Programmieren, Sportler und Initiator. Nach einer 20 jährigen, sehr intensiven Sportkarriere habe ich nun mit Vefko.ch mein eigenes Startup und auch die sportliche Reise geht weiter... wenn auch nicht ganz so intensiv.

Komm zu uns!!!

Dein Weg war nicht ein einfacher. Du hast mehr Challenges in deinem Leben als andere Menschen. Und ständig werden dir noch Steine in den Weg geworfen. Doch du bist es satt, die Opferrolle einzunehmen. Das ganze Mitleid kannst du nicht mehr ab!!!

Selbst wenn fast alles Selbstvertrauen aus dir vertrieben wurde, tief in dir glüht ein kleines Stück Hoffnung die sich nicht auslöschen lässt. Eine Hoffnung, dass du was in der welt bewegen kannst!.

Du sehnst dich nach einem Team, dass sein Namen auch verdient. Danach gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Du glaubst daran, dass Arbeiten Spass machen kann, dass man sich bereits Samstag Abend auf den Montag Morgen freuen kann.

Dann melde dich bei Uns! Wir von Vefko suchen Verstärkung im Team im Bereich Marketing und Kommunikation. Zu bieten haben wir:

  • Keine Entlöhnung! (Bei Erfolg nicht garantiert!)
  • Home Office.
  • Ein motiviertes team mit lauter speziellen Leuten.
  • Komplett freie Arbeitszeiteinteilung (auch längere Pausen so wie Ausstieg sind jederzeit möglich)

Das Bringst du mit:

  • Den Wunsch in einem IT Projekt mitzuarbeiten.

Schreibe jetzt eine kurze Mail mit deinen Beweggründen an raphael(at)Vefko.ch

Mein Weg zum ITler – der erste Familien PC

Sommer 1992, ich komme gerade von einer zwei Tägigen Radtour am Bodensee nach Hause. Kaum zu Hause angekommen meinte mein jüngerer Bruder ganz begeistert. „Der Computer ist da… wir haben einen Computer.“ Damals war es noch lange nicht so, dass jeder Haushalt einen Computer hatte. In meiner Klasse war ich der erste der so ein Ding zu Hause stehen hatte. Und da steht sie also. Eine Maschine von Tandon mit einem 486er Prozessor mit 32 Megaherz. 4 MB RAM und 200 MB (jaja, Mega, keine Giga) Festplatte. Wir hatten auch ein Farb-Tintenstrahldrucker mit separater Schwarz Patrone, damals der letzte Schrei.

Und für all die jungen die diesen Blog lesen… nein, da war nichts mit Internet. Der Computer hatte noch nicht mal einen Netzwerkanschluss. Jeder von uns bekam eine Diskette. Und für alle die nicht mehr wissen wie diese aussahen, hab ich hier unten ein Bild. Der Speicher von 1,44 MB war eher bescheiden. Zum Vergleich, ein Bild mit einem durchschnittlichen Handy von heute, hätte man damals auf 3 – 5 Disketten aufteilen müssen. Um damals so ein paar Textdokumente zu speichern, reichte es aber allemal.

Diskette
Eine 1,44 MB Diskette

Natürlich ist Streit vorprogrammiert, wenn man nur ein Computer hat. Wir hatten eine Regelung, dass Arbeiten vor Spielen geht. Wobei man nach spätestens 3 Stunden das Feld freiwillig räumte da einem die Augen von dem Flimmermonitor weh taten. Ich war zwar nie der Gamer, aber als Kind/Jugendlicher spielte ich schon ab und zu. MS Flight Simulator oder ein Formol 1 Spiel dessen Name ich nicht mehr weiss. Meine Mutter war jeweils furchtbar genervt ab dem Spiel, da es so schreckliche Geräusche machte. Aber die Alternative wäre gewesen, dass ich in der Wohnung Unihockey spielte, und das fand meine Mutter auch nicht besser 😉

Aber ein schöner Teil der Zeit verbrachten wir auch mit dem Kennenlernen des Systemes. Als mein grosser Bruder (der damals eine Lehre zum Elektroniker machte) mal ein Kollege zu Hause hatte, der den Computer neu einrichtete, schauten wir kleinen mit grossen Augen zu, und nervten die beiden mit tausenden Fragen. Das Windows 3.11 was wir drauf hatten, verfügte über keinerlei Absicherungen. Kein Login, keine versteckten Systemordner, nichts. Wir Kinder konnten uns alles ansehen. Uns wurde natürlich gesagt, wo wir nicht rumbasteln sollten, aber reinschauen konnten wir genau gleich.

Ich fand irgendwie den Gefallen daran. Doch der wirkliche Computerfreak war eigentlich mein jüngerer Bruder. Da verging nicht viel Zeit, da schleppte er seinen eigenen alten Computer an. Keine Ahnung wo er den her hatte, aber er war halt plötzlich da. Er verschlang auch Computer Zeitschriften.

Da mein älterer Bruder eine Lehre als Elektroniker machte, hatten wir auch eine Lizenz von Turbo Pascal installiert. Das war damals die Lernprogrammiersprache. Mein jüngerer Bruder bastelte hin und wieder damit rum. Ich hielt mich aber vom programmieren noch weitestgehend fern. Mal abgesehen von Stapelverarbeitungsdateien mit Batch. Aber ich liebte es, die Systeme zu verstehen versuchen.

Die Tatsache, dass die Systeme damals noch wesentlich einfacher aufgebaut waren, und dass man überall ungehindert reinschauen konnte, war natürlich vorteilhaft. Des weiteren war natürlich ein Vorteil, dass der Computer damals noch kein Unterhaltungsgerät war. (mal abgesehen von Games denen ich sowieso nicht viel abgewinnen konnte) Die Ablenkung durch Social Media war damals nicht vorhanden. Denn noch wurden wir in relativ jungen Jahren schon mit dem Computer konfrontiert.

Alles zusammen ergab natürlich eine gute Brutstätte für ein IT’er. Heightlights aus dieser Zeit hört ihr im nächsten Blog dieser Serie.

Jahresrückblick

Es ist mal wieder Ende Jahr, Ich sitze hier zu Hause, und lasse die letzten Stunden des Jahres ausklingen. Ganz ruhig für mich allein. Seit dem Millennium hat für mich die Neujahrsnacht was ganz spezielles. Damals zelebrierte ich mein Ziel: „Letztes Jahr mit Stützräder.“ und ich schaffte es am Ende auch.

Damals wurde mir die Wichtigkeit vom Ziele setzen an Neujahr bewusst. Keine Vorsätze, Ziele sind seitdem das Motto bei mir. Doch es gehört auch dazu, zurück zu schauen, was hat man erreicht, und genau das wollen wir jetzt tun.

Erst mal zu dem Blog hier. Der Start war turbulent. Denn ich wollte mein 200sten Blog erreichen. So war ich fleissig am schreiben. Die 200er Marke hatte ich relativ schnell überschritten. Dieses Jahr wird mit 83 Blogs, ca. 33500 Wörtern. 6500 Visits (Eigentlich wollte ich die 10000er Marke knacken) und knapp 100 Likes enden. Zudem habe ich dieses Jahr noch mal versucht, die Qualität zu steigern.

Dieses Jahr stand vor allem im Zeichen der Vefko. Den Verein der ich mit Marc zusammen vor knapp zwei Jahren ins leben gerufen habe, hatte seine Höhen und tiefen. Das Durchbruchsjahr war es jedenfalls noch nicht. Ich denke, wir müssen noch ein Spührchen mehr Einsatz leisten dafür. Vor Allem etwas enttäuscht bin ich, dass das Tool bis Ende des Jahres immer noch nicht öffentlich verfügbar ist. Wir hatten immer wieder unsere Zeiten, an denen wir gut voran kamen, doch dann gab es eben auch welche, an denen gar nichts lief. Diese müssen wir in Zukunft eliminieren.

Doch es gab auch Positives. Beispielsweise bekommen wir mehr Unterstützung als am Anfang. Die Passivmitglieder Zahl wuchs auf Zehn an. Und wir bekommen immer wieder Interesse gezeigt. Vor allem überrascht bin ich über das Interesse von Behinderten Organisationen. Von einem Gespräch mit der IV hätte ich vor einem Jahr noch nicht mal geträumt.

Noch weiter fortgeschritten ist aber die Zusammenarbeit mit Chur@Work. Hier ist die Zusammenarbeit schon teils konkretisiert worden, und wir werden im neuen Jahr damit starten. Es braucht halt auch alles seine Zeit. Genau das ist manchmal frustrierend aber da müssen wir wohl durch.

An dieser Stelle möchte ich auch ein dickes fettes Dankeschön aussprechen. Da wäre als erstes mein unermüdlicher Mitstreiter Marc Disch. Ohne Leute wie ihn wäre ein Projekt wie Vefko gar nicht möglich. Dann auch Urs Laubscher von Profil der uns absolut genial unterstützt. Und natürlich alle die Vefko irgendwie unterstützen.

Und so endet diese Jahr mit dem Glockengeläut der Kirche. 2019 ist vorüber…

2020 Ich bin bereit für dich!

Hi to all… first blog in English

Oh my good, I got it! It took me a long time to figure out, how to make this WordPress multilingual. I have had planes for a long time, to have English blogs along my German ons. But it was a pain with the normal WP installation. Finally the Polylang Plugin came to my rescue.

I don’t know, how often I will blog in English now. The blogs from German will not be translated into English. I also don’t expect a load of translations in feature. Maybe I translate some Stuff about my disability (infantile cerebral palsy). It depends on the interests of my visitors.

Who ever, there will be tech blogs in English. Blogs about ASF Projects, Programming and other interesting stuff. Because English is not my native language, the English blogs are harder for me. I try my best, but there can be errors!

But first I may introduce myself a little bit. My Name is Raphael Bircher, I living in a village in south-east of Switzerland. I’ve a disability called ICP wich is a physical handicap. For nearly two decades I was a sport man. I was one of the Pionier of handicap floorball, and competed in athletics 100m Sprints. I retreated from the sport field this year.

Now I continue to my computer career wich I startet over 15 years ago. It all startet with programming my own website. Then I participate as tester in a web community project. I have had a long story as tester at OpenOffice.org. Finally I go over to the Apache Software Foundation, where I’m still today. Unfortunately I have to less time for it.

My main project at the moment is Vefko, a NGO in Switzerland. On the one side we want to develop a communication and organization tools for other NGO’s. On the other hand, we do this all with people who are at the moment not able to fellow a regular work. We try to do some integration with this action.

Finally it’s also up to you, about what I write. comment down below and ask questions. maybe the next English blog will be a FAQ.

Ein halbes Jahr ohne Sport

Ich habe es tatsächlich geschafft! Ich habe ein halbes Jahr kein Sport gemacht. Was für andere der normale Dauerzustand ist, wäre für mich noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Und ja, ich habe es tatsächlich auch genossen. Und für alle die jetzt fragen, ja ich habe wirklich nichts gemacht. Kein einziges Training.

Natürlich war das nichts tun pure Absicht. Ich wollte mal sehen, wie mein Körper auf eine längere Sportpause reagiert. Als CP wird einem ja immer eingeflösst: „Du musst was tun, sonst wird es mit deiner Behinderung schlimmer“

Am Anfang ging es tatsächlich bergab. Der Tiefpunkt war vermutlich im Oktober, als sich das Laufen gar nicht mehr gut anfühlte. Ich ertappte mich, wie ich Laufstrecken mit allen Mitteln zu verkürzen versuchte, um ja keine längeren Laufstrecken machen zu müssen.

Doch dann erlebte ich ein kleines Wunder. Plötzlich ging das laufen wieder Ringer… und nicht nur dass, ich spürte auch die besseren Gangmuster, die ich immer mal wieder hatte, aber nie halten konnte. Warum kommen die genau dann, wenn ich überhaupt kein Training machte?

Eine Theorie dafür könnte sein, dass das Hirn Zeit braucht, um tiefgehende Änderungen (und Änderungen im Laufmuster sind tiefgehend) durchzuführen. Das wird auch von anderen mehrfach bestätigt. So kommen zum Beispiel Fortschritte bei Kindern oft in einer Therapiepause. Habe ich mir also mit meinem konsequenten Training die Fortschritte zunichte gemacht?

Vermutlich ist das nicht der Hauptgrund, aber sicher ein Faktor. Die Frage ist nun, was wir daraus lernen. Faule würden jetzt sagen: „Machen wir doch gar nichts.“ Ich halte das als ein bisschen zu kurz gedacht. Doch wir müssen wohl anerkennen dass die Pausen ein wichtiges Trainingsinstrument sind.

Daraus ergibt sich für mich wieder eine neue Trainingsidee, die ich ausprobieren möchte. Ein kurzes heftiges Intensivtraining mit vielen Reizen für das Gehirn. Anschliessend eine zwei Monatige (oder so lange wie es braucht, dass die Änderungen Fuss fassen) Komplettpause mit möglichst wenig Reizen. Und danach eine Stabilisierungsphase, mit wenig Reizen aber viel Praxis. Die Praxis soll dann die Änderungen festigen.

Fachleute können gerne den Blog Kommentieren. Mich interessiert, was ihr von der Strategie haltet. Ebenfalls bin ich auf der Suche nach möglichst Reizlosen Trainings (für den Kopf)

Es wird also wieder los gehen für mich mit Trainings. Aber nicht mehr so viel wie früher.

Swiss Handicap Messe in Luzern

Am Freitag Morgen ging es für mich los. Der letzte Event in diesem Jahr stand an. Die Swiss Handicap 19 – Eine Messe die sich rund um Behinderungen dreht. Erst mal hiess es für mich, nach Luzern zu kommen.

Die Innerschweiz ist immer eine halbe Weltreise mit dem Zug. Es sind von uns aus die einzigen Strecken die in den letzten 17 Jahren nicht schneller wurden. Ich hatte rund 2 3/4 Stunden Zugfahrt vor mir. Es regnete fast die ganze Fahrt, aber das ist ja egal. Nach der Ankunft musste ich mich erst mal bei der Information anmelden… denn ich habe einen Vortrag. Allerdings erst am nächsten Tag.

Ein bisschen blöd war ich schon. Ich habe ja Visitenkarten, und ausgerechnet an dem Tag habe ich die vergessen. wo war da mein Hirn bei packen der Sachen? Kontakte knüpfen tat ich natürlich trotzdem fleissig. Viele interessante Gespräche hatte ich. Auch mit der SUVA und der IV. Auch hier zeigte die IV Interesse an unserem Konzept.

Danach ging ich in die Halle 1 wo der Sportteil untergebracht war. Ob schon ich seit Jahren vom Behindertensport distanziert bin, traf ich doch noch ein paar bekannte Gesichter. Während der Swiss Handicap sitze ich immer mindestens einmal in einen Sport Rollstuhl. Die Flitzer machen schon Spass… wenn man eben nicht darauf angewiesen ist. Und jedes mal wundern sich die Leute, weshalb ich beim Basketball so gut treffe. Die Technik im Sport verlernt man eben nicht so schnell.

Raphael Bircher beim Vortrag bei der Swiss Handicap 19
Ich beim Vortrag bei der Swiss Handicap

Danach ging es an die Swiss Handicap Night. Eine Party am Abend. Ich hatte auch hier jede Menge gute Gespräche. Mit Eltern betroffener, Selbstbetroffenen und Heimleiterinnen. Doch dieses Jahr hatte es an der Swiss Handicap Night nicht so viel Leute. Überhaupt war meiner Einschätzung nach etwas weniger los. So wurde die Party schon um 11 Uhr statt erst um 01:00 beendet. Egal, ich war eh relativ Bettreif.

Ich übernachtete in Luzern. Schon am 6:30 stand ich allerdings wieder auf. Denn ich musste noch die Beamerfolien für meine Präsentation fertig stellen. Jaja, ich krieg es immer noch hin, alles auf die letzte Minute zu machen.

Am zweiten Tag war ich körperlich ziemlich fertig, weshalb ich nicht mehr so viel rumgelaufen bin. Der Vortrag verlief gut, und es entstand auch noch ein Kontakt daraus. Mein Vater war auch am Vortrag anwesend, was mich sehr freute. Am Ende hatte ich noch eine längere Diskussion mit jemanden die ich aus dem Internet kenne. Wir sehen uns selten in Natura, kennen uns aber schon 14 Jahre, da wir in den selben Foren aktiv sind. Es ist immer wieder spannend mit solchen Leuten zu quatschen.

Die Rückreise war dann nicht mehr so witzig… ich war totkaputt, und musste noch drei mal umsteigen. Ich war froh, als ich endlich zu Hause die Türe hinter mir schliessen konnte.

Am Ende möchte ich noch mal dem Veranstalter danken, dass ich einen Vortrag halten durfte. und für alle die jetzt fragen: Nein, es gibt leider keine Aufzeichnung des Vortrages. Die Swiss Handicap war durchaus einen Besuch wert. Ich bin beim nächsten mal gerne wieder dabei.

Ich bin an der Swiss Handicap Messe in Luzern

Dies ist kein richtiger Blog, sondern eher ein Announcement. Ich werde an der Swiss Handicap in Luzern sein. Dass ist eine Messe für Behinderte. Sie findet am 29. und 30 November 2019 auf dem Messegelände in Luzern statt.

Ich werde aller Wahrscheinlichkeit am Freitag Nachmittag anreisen, und dann auch an der Swiss Handicap Night anwesend sein. Falls ihr mich seht, könnt ihr mich gerne ansprechen.

Aber dieses Jahr bin ich nicht nur als Besucher anwesend. Ich bin auch Speaker. Mein Vortrag ist am
Samstag, 30. November 2019 um 15:00 Uhr.
Thema: Wenn Betroffene selbst die Initiative ergreifen.
Es geht dabei darum, wie de Vefko entstanden ist, und auch darum, wie wir arbeiten, und was das besondere an unserem Projekt ist.

Ich freue mich natürlich über Besucher

Apache Software Foundation – Wer ist das

An einem Herbsttag in Berlin. In der Kulturbrauerei treffen sich ein paar Leute. Es wird mehrheitlich Englisch gesprochen. Es ist schon ein bisschen eine merkwürdige Gruppe die sich hier trifft. Es ist eine lockere Truppe, Der Türsteher vor dem Eingang ist einer der wenigen, der sich in Schale geworfen hat. Dennoch tummeln sich hier Leute, die essenzial für unsere Digitale Welt sind.

Nein, es ist kein Meeting von Google, Microsoft oder Apple. Es ist die Europäische Konferenz der Apache Software Foundation. Der grössten Open Source Software Organisation der Welt. Wenn man nicht gerade aus der IT Welt kommt, kennt man die ASF meist nicht. Doch selbst die IT’ler kennen Apache nicht richtig. Meist kennen sie nur ein paar Projekte, wie Apache httpd (Webserver), Tomcat, Lucene/Solr usw. Aber Unter dem Dach der ASF sind mehr als 300 Projekte.

Banner der Apache Software Foundation mit hunderten von Projektlogos
Banner mit ASF Projekten… ob das alle sind, weiss ich nicht

Egal ob du nur mal im Web surfst, Eine Bestellung auf Amazon machst, Geld abhebst, mit dem Auto irgendwo hinfährst, dein Handy nutzt, die Chance ist relativ gross, dass irgendwo im Prozess ein Apache Projekt genutzt wird. Apache Projekte sind selten im Vordergrund aktiv. Meist handelt sich um sogenannte Libraries. Für nicht Entwickler kann man das als digitale Bauteile sehen. Wenn ich zum Beispiel einen neuen Staubsauger entwickle, werde ich wohl kaum den Motor für den Staubsauger selbst bauen. Ich kaufe einen Motor zu und gut ist. Genau so gibt es in der Software Entwicklung Aufgaben, die in vielen Programmen die selben sind. Beispielsweise die Suchfunktion, oder ein Dokument generieren (Kontoauszug oder Rechnung). Diese Funktionen werden dann meist durch eine Library ausgeführt.

Open Source

Allerdings hinkt das oben genannte Beispiel. Denn Apache verkauft keine Libraries, sondern stellt sie kostenlos zur Verfügung! „Moment, ihr arbeitet gratis für andere? seit ihr bescheuert“ höre ich immer wieder wenn ich von meiner Beteiligung in der Apache Software Foundation spreche. In der Theorie ja, in der Praxis sieht das meist anders aus.

Das romantische Bild, wo der kleine idealistische Grarageprogrammierer dem Grossen geldgierigen Software Konzern den Stinkefinger zeigt ist heute wohl eher in der Märchenwelt anzusiedeln. Fast alle grossen Open Source Projekte entstehen heute in enger Zusammenarbeit mit den grossen Software Konzerne. Auch ist es so, dass die wenigsten substantiellen Beiträge in der Freizeit entwickelt werden.

Es ist viel eher so, dass verschiedene Firmen die selben Probleme lösen müssen. Statt dass jeder was eigenes schreibt, und selbst rumwurstelt, tut man sich zusammen und macht gemeinsam ein Projekt. Damit es keinen Streit gibt, wer das Projekt verwenden darf, stellt man es oft unter eine freie Lizenz. Die meisten Apache Projekte werden also nicht von freizeitopfernden Helden entwickelt. Viel eher sind es Firmen die an den Projekten Interesse haben, und dann Mitarbeiter abstellen, um ein Apache Projekt voranzubringen. Die ASF kann also als eine Art Zweckgemeinschaft angesehen werden.

Apache est sehr pragmatisch. Im unterschied zu anderen Open Source Software Bewegungen bestand nie das Ziel, Proprietäre Software zu eliminieren. Apache hat begriffen, dass es gute Gründe für die Co Existez gibt. Apache hat jedoch eine ganz eigene Arbeitsweise die sich der Apache Way nennt.

Wenn es Euch interessiert, kann ich gerne mal einen Blog über den Apache Way machen, oder besser eine Blogserie. Vielleicht stelle ich auch mal ein paar nützliche Apache Projekte vor. Lasst gerne einen Kommentar da, falls ihr Fragen habt.

Disclimer: Das hier widerspiegelt meine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwingend mit der Auffassung der ASF decken.

Falsche Hoffnungen in die Inklusion

Inklusion ist in aller Munde. Der Traum vom verschmelzen der Gesellschaft zu einer Gruppe. Eine Gesellschaft ohne Randgruppen. Rahmenbedingungen schaffen, dass jeder Mensch dazu gehört. Eine schöne Sache. Es ist ein Hoffnungsschimmer für all die jenen, die sich bis jetzt von der Gesellschaft ausgegrenzt fühlten.

Doch immer wieder geht der Schuss nach hinten los. Eltern nehmen frustriert ihre Kinder aus dem Inklusiven Unterricht zurück. Beeinträchtigte verlassen enttäuscht inklusive Angebote. Was läuft da schief, und warum werden einige Hoffnungen eben nicht erfüllt?

Ich bin kein Theoretiker, sondern komme aus der Praxis. Ich leben als Behinderter seit über 20 Jahren nahezu ausschliesslich unter Nichtbehinderten. Ich machte unter Nichtbehinderten Sport, bin in der Software Entwicklung aktiv, nehme am Dorfleben teil. In meinem 2300 Seelen Dorf kennen mich fast alle, und wenn mich Leute mal länger nicht sieht, fragen sie mich, wo ich denn war. Man vermisst mich also. Ich habe also das geschafft wovon viele träumen.

Hoffnung auf Normalität

Viele Behinderte leiden unter dem „anders sein.“ Sie fühlen sich dadurch nicht zugehörig, Viele stecken in Inklusion die Hoffnung, dass damit auch Normalität einkehrt. Der Gedankengang ist relativ einfach. Wenn man nicht mehr separiert ist, fühlt man sich automatisch normaler.

Oft wird dann auch noch versucht, so normal wie möglich zu erscheinen, bewusst oder unbewusst nicht den Behinderten zu sein, und das geht dann mächtig in die Hose. Inklusion kann vieles, aber sie bringt keine Normalität. Sie lässt auch die Behinderung nicht verschwinden. Sie verstärkt sie sogar!

Ok, ein Beispiel: Ich machte einige Jahre an ganz normalen Wettkämpfen in der Leichtathletik mit. Was glaubt ihr, wo mir meine Behinderung mehr auffällt, wenn ich an einem Behindertensport Event startete oder an einem der Nichtbehinderten. Natürlich an dem der Nichtbehinderten. Da fällt mir das anders sein viel mehr auf. Wenn ich unter Behinderten bin, sind ja alle irgendwie anders.

Andersartigkeit ist eine Chance

Und dennoch war es wichtig, dass ich an diesen Wettkämpfen teilgenommen habe. Gerade weil ich anders bin. Organisatoren bedankten sich bei mir fürs Erscheinen, und ich wurde sogar an Events eingeladen. Ich hatte Vorbildcharakter für viele, auch für Spitzensportler. Nicht etwa wegen den Platzierungen. Da war ich immer ganz hinten. Sondern wegen meinem unermüdlichen Kämpferwillen. Die Bereitschaft alles zu geben, war mein Markenzeichen und das rüttelte viele auf.

Diese Vorbildfunktion hätte ich nicht wahrnehmen können, wenn ich die ganze Zeit den Nichtbehinderten Sprintern hinterher getrauert hätte. Inklusion ist kein Trostpflästerchen für eine nicht akzeptierte Behinderung. Sie kann auch nicht aus Behinderten Menschen Nichtbehinderte machen. Sie bringt auch nicht die Normalität zurück.

Wer aber die positiven Seiten des „Anders sein“ lebt, und diese in die Gesellschaft einbringt, der wird nicht nur dabei sein, sondern vielleicht auch eine unersetzliche Rolle übernehmen.

#FragRaphi Bist du noch bei OpenOffice?

Immer wieder erreicht mich diese Frage und hier ist die Antwort. Nein, ich zähle nicht mehr zu der aktiven Community von Apache Open Office. Einige wundern sich vielleicht, weshalb ich mich nicht mehr am Projekt beteilige.

Als ich Ende 2005 im OpenOffice.org Projekt startete suchte ich vor allem eines, eine Herausforderung. Ich war damals noch relativ frisch in der Software Entwicklung, und war auf der Suche nach einem Projekt wo ich wachsen konnte. OpenOffice.org war damals genau das richtige für mich. Es war gross, hatte gute Leute im Hintergrund, von denen man viel lernen konnte, und es gab viele Betätigungsfelder. Zum lernen und Erfahrungen sammeln ein idealer Platz.

Aber die wenigsten Menschen sind bereit, eine Software über lange Zeit zu entwickeln, ohne selbst was davon zu haben, So auch ich nicht. Das Problem von Desktop Open Source Software ist, das meist viel zu wenig Geld in die Entwicklung der Programme fliest. Zu den besten Zeiten konnte man sehr wohl von OpenOffice.org leben, aber eben nur mit arbeiten im Umfeld. (Migrationen für Unternehmen, Makros und Extensions schreiben, Schulungen geben usw.). Wer für das Kernprogramm bezahlt entwickeln wollte, musste schon bei einem der grossen Supporter (SUN, Novell, RedHat oder IBM) angestellt sein.

Auch der Wechsel zur Apache Software Foundation brachte hier wenig Verbesserung. Apache OpenOffice hat zwar viele Anwender, aber die meisten nutzen es nur weil es kostenlos ist. Auch bei Firmen und Verwaltungen war einer der Kernkriterien immer, die Lizenzkosten einsparen zu können. Den Willen in das Programm zu investieren ist eigentlich gleich null.

Im 20017 entschied ich mich, in Zukunft mehr auf bezahlte Arbeit fokussiert zu sein. Im Ramen dessen arbeitete ich auch ein Konzept aus, das mit OpenOffice zu tun hatte. Letzten Endes unterlag dieses Konzept aber dem Vefko Projekt, und wurde eingestellt. Seither bin ich kaum noch in der Community aktiv. Die letzte Aufgabe, die Betreuung der Apache OpenOffice Facebook Fan Page habe ich erst letzthin abgegeben.

Das Ende meiner Beteiligung an Apache OpenOffice ist aber nicht das Ende meiner Beteiligung an Open Source. Ich war nicht einfach nur aus Spass an der ApacheCon Europe. Aber der Fokus wird sicher mehr auf Bezahlarbeit liegen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei der Community für die vielen schönen Jahren bedanken. Ich hoffe, damit die Frage beantwortet zu haben.