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Vefko – Vor dem Release 1

Wenn in letzter Zeit so wenig Blogs gekommen sind, dann lag es daran, dass ich anderweitig beschäftigt war. Zur Zeit läuft sehr viel bei uns, und manchmal frage ich mich, ist das wirklich unser Projekt. Mittlerweile haben wir Zusammenarbeiten von denen wir am Anfang des Projektes nicht mal zu träumen wagten.

In den letzten Wochen fanden wir noch Lösungen für zwei Gebiete die uns Bauchschmerzen bereiteten. In den Bereichen Design und Marketing waren wir schlecht aufgestellt. Diese Lücken konnten wir nun endlich schliessen. Das war für uns eben gar nicht so einfach, da wir nicht den dicken Finanztopf haben. Das machte die Suche nach einer guten Lösung extrem schwierig.

Auch Programmiertechnisch ging es in letzter Woche gut voran. Noch haben wir kein Release Datum, aber langsam geht es in die Richtung. Über die Fortschritte versuche ich jetzt in dem Blog immer wieder mal zu berichten.

Wir sind nicht eingeschlafen, sondern mehr dran, denn je… Aber es gibt eben doch noch ein gutes Stück Arbeit.

Q & A: Behinderung

Ist es nicht hart, Behindert zu sein?

Gegenfrage: „Ist es nicht hart zu leben?“ Ich glaube, das hat sehr viel mit Einstellung zu tun. Es kommt nicht so sehr darauf an, was man hat, sondern was man daraus macht!. Klar hat man als Behinderter ein paar Herausforderungen mehr. Aber ich hab früh gelernt, dass man sich mit Selbstmitleid nur das Leben erschwert. Klar gibt es Tage an denen ich kämpfen muss. Aber hat das nicht jeder Mensch?

Warum hast du keinen Rollstuhl oder Hilfsmittel?

Lange war das für mich überhaupt kein Thema. Denn zu meiner Spitzensport Zeit war ich so fit, dass für mich Gehen kein Problem war. Jetzt nach Ende der Sportkarriere hat mein Radius ziemlich abgenommen. Da habe ich tatsächlich mal über Hilfsmittel nachgedacht. Das Problem ist halt, wenn Hilfsmittel nicht nur helfen sondern auch im Wege stehen. Mit Krücken oder auch Walking Stöcken kann man zum Beispiel nichts mehr in der Hand tragen. Und den öffentlichen Verkehr mit dem Rollstuhl zu nutzen macht auch nicht so viel Spass. Obschon die Schweiz in dem Bereich in den letzten Jahren extrem viel unternommen hat.

Ein Rollstuhl wäre vielleicht praktisch an einer Veranstaltung, Aber für den Weg dort hin ist er ein Hinderniss. Ich werde vermutlich eher im Sommer meine Kondition wieder ein bisschen aufbauen, als auf Hilfsmittel zurückgreifen. Das bringt mir mehr.

Hast du Therapien?

Nein, hab ich nicht. Ich hab mit 17 aufgehört mit Physiotherapie. Danach war Sport meine Therapie über viele Jahren. Aktuell mache ich sogar gar nichts und das seit acht Monaten und ich kann keine Verschlechterung feststellen (mal abgesehen von der Kondition). Es ist auch so, dass ich meinen Körper sehr gut kenne und selbst bei Rückschritten wüsste ich genau wie reagieren. Eine Physio wäre da nicht wirklich eine Hilfe.

Hast du Schmerzen?

Teilweise ja. Mein linkes Knie ist so der Hauptproblempunkt. Es ist halt durch die Gangart stark belastet und hat auch die eine oder andere Sportverletzung abbekommen. Aber die Schmerzen sind meist nicht schlimm und je nach Gangart auch gar nicht vorhanden.

Wenn man sich vor Augen führt, dass mich die Ärzte mit 20 Jahren im Rollstuhl sahen, kann ich mit ein bisschen Schmerzen hin und wieder gut leben, Ich meine, ich laufe jetzt schon doppelt so lange wie damals prophezeit.

Wo merkst du deine Behinderung am meisten?

Natürlich am kleineren Radius den ich gehen kann. (wobei ich den mit ein bisschen Konditionstraining sofort erweitern kann) Alle Betätigungen die grosses Gleichgewicht erfordern. Ebenfalls sehr mühsam für mich ist es am Platz zu stehen. Zum Beispiel Stehen in einer dichten Menschenmenge ist ein komplettes no Go. Da mein Gleichgewicht fast nur über die Augen funktioniert, brauche ich eine sichtbaren Horizont, den ich als Referenzwert nehmen kann. Dieser ist in einer Menschenmasse aber nicht vorhanden. In einer Wartschlange stehen ohne mich irgendwo halten zu können ist auch sehr schwierig für mich. Allerdings bin ich auch sehr geübt im Objekte zu finden, an denen ich mich halten kann 😉

Hast du Medikamente?

Nein, habe ich nicht.

Wohnst du in der eigenen Wohnung?

Ja, ich wohle alleine und das ist mir wichtig. Ich habe ein mal in der Woche Unterstützung für den Haushalt. das wars. Meine eigenen vier Wände sind mir und waren mir schon immer wichtig. Ich bin auch schon relativ früh ausgezogen. Mit knapp 20 Jahren war ich vom Elternhaus weg. Ich brauche meine eigene Wohnung als Rückzugsort.

Erlebst du Diskriminierung, und wenn ja, wie gehst du damit um?

Es kommt halt sehr darauf an, was man als Diskriminierung empfindet. Gewisse empfinden schon das nachschauen als eine Diskriminierung. Sachen wie Nachschauen sind mir komplett egal. Mir fällt das schon gar nicht mehr auf. Auch mit der Frage: „Was ich habe“ kann ich gut umgehen. Klar es nervt manchmal, wenn man die Frage bereits sechs mal an einem Tag gehört hat. Aber gute Aufklärung ist nun mal die Basis für eine tolerante Gesellschaft.

Viele Äusserungen die man als Diskriminierend empfinden könnte, sind gar nicht so gemeint. Wenn ich zum Beispiel an einem Fest bin, auf dem viel getrunken wird, werde ich oft mit einer Bierleiche verwechselt (obschon ich generell kein Alkohol trinke). Das kann ich den Leuten halt nicht übel nehmen, weil meine Gangart halt wirklich so aussieht. Auch das Nachschauen ist eigentlich nie böse gemeint, sondern immer eher eine Neugierde.

Willentlich bösartige Diskriminierung höre ich ganz ganz selten. Und das sind dann meistens Menschen die ohnehin auf Provokation aus sind. Auf dessen Niveau lasse ich mich in der Regel nicht herab. Mich zu beleidigen ist generell schwierig und mit der Behinderung kann man mich heute kaum noch verletzen.

Als Kind und Jugendlicher war das noch anders. Wenn mich da mal ein Kommentar verletzte, wog ich ab. Das ist jetzt eine Person die nicht freundlich war zu mir… und wie viele waren heute nett zu mir? Die Zahl der netten Kommentare oder gar der Bewunderer war immer höher als die negativen. Das half mir.

Wünschst du dir manchmal die Behinderung weg?

Als Jugendlicher hatte ich diese Phasen manchmal. Heute wünsche ich mir manchmal noch ein normales Leben. Aber ganz ehrlich, wäre ich auch nur eine Woche auf dem 0815 Weg, würde ich meinen jetzigen wieder vermissen. Und meinen Weg den ich einschlug habe ich vermutlich zu einem Grossteil meiner Behinderung zu verdanken. Mit 20 Jahren lass ich einige Motivationsbücher. In einem stand, dass einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist, sich von der Masse abzuheben. Ich sagte zu mir: „Hey cool, das brauch ich gar nicht mehr zu machen. Durch meine Behinderung bin ich bereits speziell… Lass uns das nutzen.“

Rückblickend ist mir das gar nicht so schlecht gelungen 😉 Ihr seht, eine Behinderung kann auch Vorteile haben.

Die russische Telefon Nummer auf meinem Smartphone

In meiner Jugend war Russland ganz weit weg. Man hatte zu vielen Ländern einen Bezug, wenn auch nur sehr entfernt, aber Russland zählte bei mir nie zu diesen Ländern. Heute fand die erste russische Nummer sein Weg auf mein Handy.

Ja, einige werden es nun bereits erraten. Das kann bei mir eigentlich nur mit Open Source zu tun haben. Vor einiger Zeit habe ich mich im Projekt Apache OpenMeetings als interessierter für eine Mobile Entwicklung gemeldet. Heute meldete sich einer der Hauptentwickler bei uns, das er mit der Entwicklung begonnen habe, und dass wir doch mal Feedback geben sollen.

Das tat ich dann auch, und so kam es zu einigem Mailverkehr zwischen uns zwei, und später sprachen wir auch noch ein bisschen per Messanger. Endlich wieder mal Open Source, wurde aber auch Zeit. denn ich habe es sehr vermisst. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell man da mitten im Team ist. Klar, wenn man schon Apache ist, geht das noch mal deutlich schneller.

Doch viele werden sich fragen: „Was zur Hölle ist Apache OpenMeetings.“ OpenMeetings ist eines der Projekte unter Apache, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Es handelt sich hierbei um eine Online Konferenz Software mit Video Chat, Whiteboard usw. Eigentlich alles was man für online Konferenzen so braucht. Ich verfolge das Projekt schon länger. Einige Zeit sah es fast danach aus, dass dieses Projekt vielleicht bald im Attic (Dem Friedhof der Apache Projekte) landen würde. Doch seit einiger Zeit ist nun wieder etwas mehr Schwung im drin.

Apache OpenMeetings ist nun auch das erste OpenSource Projekt, dass ich aus wirtschaftlichem Interesse unterstütze. Wir haben vor, für die Vefko ein OpenMeetings Server aufzusetzen. Eventuell werden wir den dann auch an Vereine Ausmieten. Das müssen wir noch sehen. Deswegen läuft das Vefko Tool während der Arbeit.

Ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt in dem Projekt einzusteigen. Bin gespannt ob das meine neue Open Source Heimat wird.

Vefko: Die Unterschiede zwischen den Anfängen und jetzt

Vielerseits wurde gewünscht, dass ich wieder mal einen Blog über die Vefko mache. Ja, ich komme in letzter Zeit gar nicht so viel zum Bloggen wie ich das gerne hätte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich momentan gut beschäftigt bin. Schuld daran ist ganz klar die Vefko.

Wenn man so mitten in der Arbeit steckt, bekommt man nicht selten den Eindruck, man komme nicht vom Fleck. Das Vereins Tool, dass wir anfangs zu programmieren begannen, ist immer noch nicht fertig. Viel zu lange ist das jetzt schon in der Mache. Wir haben eine Menge Lehrgeld bezahlt, aber dazu vielleicht in einem anderen Blog.

Es ist halt auch so, dass Vefko mittlerweile weit mehr als ein Programmierprojekt ist. Wir werden mehr und mehr zu einem Inklusionsprojekt der anderen Art. Aktuell gleisen wir gerade ein Pilotprojekt auf, das für uns, aber auch für andere vollkommen neue Möglichkeiten eröffnet. Dieses Projekt wurde von Fachpersonen sogar schon als Zukunftsweisend bezeichnet. Hoffen wir mal, die Erwartungen können erfüllt werden.

Leider kann ich Euch dazu noch nicht viel erzählen, denn solange das im Aufbau ist, können wir das natürlich noch nicht öffentlich machen. Nur soviel. Es sind vier Organisationen daran beteiligt. Darunter auch Organisationen die den Ruf haben „nicht so einfach zu sein.“

Wenn ich eines in den letzten vier Monaten gelernt habe, dann dass man die eigene Meinung immer mal wieder in Frage stellen muss. Wir mussten in den letzten Monaten ganz schön über unsere eigenen Schatten springen, alte schlechte Erfahrungen über Bord werfen. Manchmal muss man bestimmte Dinge unvoreingenommen neu beurteilen.

Am Anfang wären solche Zusammenarbeiten undenkbar gewesen. Wenn man von dem Projekt erzählte hiess es mit einem Lächeln: „Spannend, halte mich auf dem Laufenden.“ Zwischen den Zeilen schwappten aber einem schon die ganzen Zweifel entgegen. Die Zweifler gibt es immer noch, doch immer mehr glauben an uns.

Die Programmierung war in letzter Zeit nicht so aktiv, da Marc aktuell ausgefallen ist. I Zwischenzeit habe ich auch mal wieder etwas programmiert. Das machte richtig Spass, denn so oft komm ich da leider nicht mehr dazu. Doch Marc ist schon wieder auf dem Weg zurück, und wenn er wieder da ist, kümmere ich mich wieder um das Ganze drum rum, und überlasse ihm grossteils die Programmierung.

So, nun habt ihr mal wieder ein ausführliches Update, Ich wünsche Euch einen schönen Tag, und hoffe, dass ich in Zukunft mindestens wieder ein mal die Woche zum Bloggen komme.

Komm zu uns!!!

Dein Weg war nicht ein einfacher. Du hast mehr Challenges in deinem Leben als andere Menschen. Und ständig werden dir noch Steine in den Weg geworfen. Doch du bist es satt, die Opferrolle einzunehmen. Das ganze Mitleid kannst du nicht mehr ab!!!

Selbst wenn fast alles Selbstvertrauen aus dir vertrieben wurde, tief in dir glüht ein kleines Stück Hoffnung die sich nicht auslöschen lässt. Eine Hoffnung, dass du was in der welt bewegen kannst!.

Du sehnst dich nach einem Team, dass sein Namen auch verdient. Danach gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Du glaubst daran, dass Arbeiten Spass machen kann, dass man sich bereits Samstag Abend auf den Montag Morgen freuen kann.

Dann melde dich bei Uns! Wir von Vefko suchen Verstärkung im Team im Bereich Marketing und Kommunikation. Zu bieten haben wir:

  • Keine Entlöhnung! (Bei Erfolg nicht garantiert!)
  • Home Office.
  • Ein motiviertes team mit lauter speziellen Leuten.
  • Komplett freie Arbeitszeiteinteilung (auch längere Pausen so wie Ausstieg sind jederzeit möglich)

Das Bringst du mit:

  • Den Wunsch in einem IT Projekt mitzuarbeiten.

Schreibe jetzt eine kurze Mail mit deinen Beweggründen an raphael(at)Vefko.ch

Mein Weg zum ITler – der erste Familien PC

Sommer 1992, ich komme gerade von einer zwei Tägigen Radtour am Bodensee nach Hause. Kaum zu Hause angekommen meinte mein jüngerer Bruder ganz begeistert. „Der Computer ist da… wir haben einen Computer.“ Damals war es noch lange nicht so, dass jeder Haushalt einen Computer hatte. In meiner Klasse war ich der erste der so ein Ding zu Hause stehen hatte. Und da steht sie also. Eine Maschine von Tandon mit einem 486er Prozessor mit 32 Megaherz. 4 MB RAM und 200 MB (jaja, Mega, keine Giga) Festplatte. Wir hatten auch ein Farb-Tintenstrahldrucker mit separater Schwarz Patrone, damals der letzte Schrei.

Und für all die jungen die diesen Blog lesen… nein, da war nichts mit Internet. Der Computer hatte noch nicht mal einen Netzwerkanschluss. Jeder von uns bekam eine Diskette. Und für alle die nicht mehr wissen wie diese aussahen, hab ich hier unten ein Bild. Der Speicher von 1,44 MB war eher bescheiden. Zum Vergleich, ein Bild mit einem durchschnittlichen Handy von heute, hätte man damals auf 3 – 5 Disketten aufteilen müssen. Um damals so ein paar Textdokumente zu speichern, reichte es aber allemal.

Diskette
Eine 1,44 MB Diskette

Natürlich ist Streit vorprogrammiert, wenn man nur ein Computer hat. Wir hatten eine Regelung, dass Arbeiten vor Spielen geht. Wobei man nach spätestens 3 Stunden das Feld freiwillig räumte da einem die Augen von dem Flimmermonitor weh taten. Ich war zwar nie der Gamer, aber als Kind/Jugendlicher spielte ich schon ab und zu. MS Flight Simulator oder ein Formol 1 Spiel dessen Name ich nicht mehr weiss. Meine Mutter war jeweils furchtbar genervt ab dem Spiel, da es so schreckliche Geräusche machte. Aber die Alternative wäre gewesen, dass ich in der Wohnung Unihockey spielte, und das fand meine Mutter auch nicht besser 😉

Aber ein schöner Teil der Zeit verbrachten wir auch mit dem Kennenlernen des Systemes. Als mein grosser Bruder (der damals eine Lehre zum Elektroniker machte) mal ein Kollege zu Hause hatte, der den Computer neu einrichtete, schauten wir kleinen mit grossen Augen zu, und nervten die beiden mit tausenden Fragen. Das Windows 3.11 was wir drauf hatten, verfügte über keinerlei Absicherungen. Kein Login, keine versteckten Systemordner, nichts. Wir Kinder konnten uns alles ansehen. Uns wurde natürlich gesagt, wo wir nicht rumbasteln sollten, aber reinschauen konnten wir genau gleich.

Ich fand irgendwie den Gefallen daran. Doch der wirkliche Computerfreak war eigentlich mein jüngerer Bruder. Da verging nicht viel Zeit, da schleppte er seinen eigenen alten Computer an. Keine Ahnung wo er den her hatte, aber er war halt plötzlich da. Er verschlang auch Computer Zeitschriften.

Da mein älterer Bruder eine Lehre als Elektroniker machte, hatten wir auch eine Lizenz von Turbo Pascal installiert. Das war damals die Lernprogrammiersprache. Mein jüngerer Bruder bastelte hin und wieder damit rum. Ich hielt mich aber vom programmieren noch weitestgehend fern. Mal abgesehen von Stapelverarbeitungsdateien mit Batch. Aber ich liebte es, die Systeme zu verstehen versuchen.

Die Tatsache, dass die Systeme damals noch wesentlich einfacher aufgebaut waren, und dass man überall ungehindert reinschauen konnte, war natürlich vorteilhaft. Des weiteren war natürlich ein Vorteil, dass der Computer damals noch kein Unterhaltungsgerät war. (mal abgesehen von Games denen ich sowieso nicht viel abgewinnen konnte) Die Ablenkung durch Social Media war damals nicht vorhanden. Denn noch wurden wir in relativ jungen Jahren schon mit dem Computer konfrontiert.

Alles zusammen ergab natürlich eine gute Brutstätte für ein IT’er. Heightlights aus dieser Zeit hört ihr im nächsten Blog dieser Serie.

Jahresrückblick

Es ist mal wieder Ende Jahr, Ich sitze hier zu Hause, und lasse die letzten Stunden des Jahres ausklingen. Ganz ruhig für mich allein. Seit dem Millennium hat für mich die Neujahrsnacht was ganz spezielles. Damals zelebrierte ich mein Ziel: „Letztes Jahr mit Stützräder.“ und ich schaffte es am Ende auch.

Damals wurde mir die Wichtigkeit vom Ziele setzen an Neujahr bewusst. Keine Vorsätze, Ziele sind seitdem das Motto bei mir. Doch es gehört auch dazu, zurück zu schauen, was hat man erreicht, und genau das wollen wir jetzt tun.

Erst mal zu dem Blog hier. Der Start war turbulent. Denn ich wollte mein 200sten Blog erreichen. So war ich fleissig am schreiben. Die 200er Marke hatte ich relativ schnell überschritten. Dieses Jahr wird mit 83 Blogs, ca. 33500 Wörtern. 6500 Visits (Eigentlich wollte ich die 10000er Marke knacken) und knapp 100 Likes enden. Zudem habe ich dieses Jahr noch mal versucht, die Qualität zu steigern.

Dieses Jahr stand vor allem im Zeichen der Vefko. Den Verein der ich mit Marc zusammen vor knapp zwei Jahren ins leben gerufen habe, hatte seine Höhen und tiefen. Das Durchbruchsjahr war es jedenfalls noch nicht. Ich denke, wir müssen noch ein Spührchen mehr Einsatz leisten dafür. Vor Allem etwas enttäuscht bin ich, dass das Tool bis Ende des Jahres immer noch nicht öffentlich verfügbar ist. Wir hatten immer wieder unsere Zeiten, an denen wir gut voran kamen, doch dann gab es eben auch welche, an denen gar nichts lief. Diese müssen wir in Zukunft eliminieren.

Doch es gab auch Positives. Beispielsweise bekommen wir mehr Unterstützung als am Anfang. Die Passivmitglieder Zahl wuchs auf Zehn an. Und wir bekommen immer wieder Interesse gezeigt. Vor allem überrascht bin ich über das Interesse von Behinderten Organisationen. Von einem Gespräch mit der IV hätte ich vor einem Jahr noch nicht mal geträumt.

Noch weiter fortgeschritten ist aber die Zusammenarbeit mit Chur@Work. Hier ist die Zusammenarbeit schon teils konkretisiert worden, und wir werden im neuen Jahr damit starten. Es braucht halt auch alles seine Zeit. Genau das ist manchmal frustrierend aber da müssen wir wohl durch.

An dieser Stelle möchte ich auch ein dickes fettes Dankeschön aussprechen. Da wäre als erstes mein unermüdlicher Mitstreiter Marc Disch. Ohne Leute wie ihn wäre ein Projekt wie Vefko gar nicht möglich. Dann auch Urs Laubscher von Profil der uns absolut genial unterstützt. Und natürlich alle die Vefko irgendwie unterstützen.

Und so endet diese Jahr mit dem Glockengeläut der Kirche. 2019 ist vorüber…

2020 Ich bin bereit für dich!

Ein halbes Jahr ohne Sport

Ich habe es tatsächlich geschafft! Ich habe ein halbes Jahr kein Sport gemacht. Was für andere der normale Dauerzustand ist, wäre für mich noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen. Und ja, ich habe es tatsächlich auch genossen. Und für alle die jetzt fragen, ja ich habe wirklich nichts gemacht. Kein einziges Training.

Natürlich war das nichts tun pure Absicht. Ich wollte mal sehen, wie mein Körper auf eine längere Sportpause reagiert. Als CP wird einem ja immer eingeflösst: „Du musst was tun, sonst wird es mit deiner Behinderung schlimmer“

Am Anfang ging es tatsächlich bergab. Der Tiefpunkt war vermutlich im Oktober, als sich das Laufen gar nicht mehr gut anfühlte. Ich ertappte mich, wie ich Laufstrecken mit allen Mitteln zu verkürzen versuchte, um ja keine längeren Laufstrecken machen zu müssen.

Doch dann erlebte ich ein kleines Wunder. Plötzlich ging das laufen wieder Ringer… und nicht nur dass, ich spürte auch die besseren Gangmuster, die ich immer mal wieder hatte, aber nie halten konnte. Warum kommen die genau dann, wenn ich überhaupt kein Training machte?

Eine Theorie dafür könnte sein, dass das Hirn Zeit braucht, um tiefgehende Änderungen (und Änderungen im Laufmuster sind tiefgehend) durchzuführen. Das wird auch von anderen mehrfach bestätigt. So kommen zum Beispiel Fortschritte bei Kindern oft in einer Therapiepause. Habe ich mir also mit meinem konsequenten Training die Fortschritte zunichte gemacht?

Vermutlich ist das nicht der Hauptgrund, aber sicher ein Faktor. Die Frage ist nun, was wir daraus lernen. Faule würden jetzt sagen: „Machen wir doch gar nichts.“ Ich halte das als ein bisschen zu kurz gedacht. Doch wir müssen wohl anerkennen dass die Pausen ein wichtiges Trainingsinstrument sind.

Daraus ergibt sich für mich wieder eine neue Trainingsidee, die ich ausprobieren möchte. Ein kurzes heftiges Intensivtraining mit vielen Reizen für das Gehirn. Anschliessend eine zwei Monatige (oder so lange wie es braucht, dass die Änderungen Fuss fassen) Komplettpause mit möglichst wenig Reizen. Und danach eine Stabilisierungsphase, mit wenig Reizen aber viel Praxis. Die Praxis soll dann die Änderungen festigen.

Fachleute können gerne den Blog Kommentieren. Mich interessiert, was ihr von der Strategie haltet. Ebenfalls bin ich auf der Suche nach möglichst Reizlosen Trainings (für den Kopf)

Es wird also wieder los gehen für mich mit Trainings. Aber nicht mehr so viel wie früher.

Swiss Handicap Messe in Luzern

Am Freitag Morgen ging es für mich los. Der letzte Event in diesem Jahr stand an. Die Swiss Handicap 19 – Eine Messe die sich rund um Behinderungen dreht. Erst mal hiess es für mich, nach Luzern zu kommen.

Die Innerschweiz ist immer eine halbe Weltreise mit dem Zug. Es sind von uns aus die einzigen Strecken die in den letzten 17 Jahren nicht schneller wurden. Ich hatte rund 2 3/4 Stunden Zugfahrt vor mir. Es regnete fast die ganze Fahrt, aber das ist ja egal. Nach der Ankunft musste ich mich erst mal bei der Information anmelden… denn ich habe einen Vortrag. Allerdings erst am nächsten Tag.

Ein bisschen blöd war ich schon. Ich habe ja Visitenkarten, und ausgerechnet an dem Tag habe ich die vergessen. wo war da mein Hirn bei packen der Sachen? Kontakte knüpfen tat ich natürlich trotzdem fleissig. Viele interessante Gespräche hatte ich. Auch mit der SUVA und der IV. Auch hier zeigte die IV Interesse an unserem Konzept.

Danach ging ich in die Halle 1 wo der Sportteil untergebracht war. Ob schon ich seit Jahren vom Behindertensport distanziert bin, traf ich doch noch ein paar bekannte Gesichter. Während der Swiss Handicap sitze ich immer mindestens einmal in einen Sport Rollstuhl. Die Flitzer machen schon Spass… wenn man eben nicht darauf angewiesen ist. Und jedes mal wundern sich die Leute, weshalb ich beim Basketball so gut treffe. Die Technik im Sport verlernt man eben nicht so schnell.

Raphael Bircher beim Vortrag bei der Swiss Handicap 19
Ich beim Vortrag bei der Swiss Handicap

Danach ging es an die Swiss Handicap Night. Eine Party am Abend. Ich hatte auch hier jede Menge gute Gespräche. Mit Eltern betroffener, Selbstbetroffenen und Heimleiterinnen. Doch dieses Jahr hatte es an der Swiss Handicap Night nicht so viel Leute. Überhaupt war meiner Einschätzung nach etwas weniger los. So wurde die Party schon um 11 Uhr statt erst um 01:00 beendet. Egal, ich war eh relativ Bettreif.

Ich übernachtete in Luzern. Schon am 6:30 stand ich allerdings wieder auf. Denn ich musste noch die Beamerfolien für meine Präsentation fertig stellen. Jaja, ich krieg es immer noch hin, alles auf die letzte Minute zu machen.

Am zweiten Tag war ich körperlich ziemlich fertig, weshalb ich nicht mehr so viel rumgelaufen bin. Der Vortrag verlief gut, und es entstand auch noch ein Kontakt daraus. Mein Vater war auch am Vortrag anwesend, was mich sehr freute. Am Ende hatte ich noch eine längere Diskussion mit jemanden die ich aus dem Internet kenne. Wir sehen uns selten in Natura, kennen uns aber schon 14 Jahre, da wir in den selben Foren aktiv sind. Es ist immer wieder spannend mit solchen Leuten zu quatschen.

Die Rückreise war dann nicht mehr so witzig… ich war totkaputt, und musste noch drei mal umsteigen. Ich war froh, als ich endlich zu Hause die Türe hinter mir schliessen konnte.

Am Ende möchte ich noch mal dem Veranstalter danken, dass ich einen Vortrag halten durfte. und für alle die jetzt fragen: Nein, es gibt leider keine Aufzeichnung des Vortrages. Die Swiss Handicap war durchaus einen Besuch wert. Ich bin beim nächsten mal gerne wieder dabei.