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Wenn es nicht so läuft wie man will

Ja, ich bin nun zwei Tage unterwegs. Ich sitze hier in einem halb offenen Räumchen an in einem Camping Platz und lade gerade all meine Geräte auf. Es ist ziemlich ruhig hier, und so kann ich die letzten beiden Tage mal revue passieren lassen.

Der Start war alles andere als perfekt. Bei etwa zwei Grad und vereinzelt sogar noch Schneeflocken ging es in Richtung England. Ich hatte Anfangs mühe mit dem Anhänger. Schon in Bad Ragaz machte ich die erste Pause. Ich zog die Regenausrüstung an. Auf dem Weg Richtung Sargans blies mir dann noch eine Bise (kalter Nordwind bei uns) ins Gesicht.

Doch Kälte und Regen war nicht das einzige was mir zu schaffen machte. Auch die Spastik war aussergewöhnlich hoch. In Sargans angekommen wurde der Regen nur noch schlimmer. So entschied ich mich dort zu übernachten. Aufgrund der Temperaturen nahm ich ein Hotel. Es war eine angenehme Nacht.

Am nächsten Tag waren die körperlichen Beschwerden immer noch nicht weg. Doch das Wetter war immerhin schöner. Wieder Stieg ich auf mein Rad. Doch ich verfluchte manchmal die Tour schon jetzt 😉 Wie auch immer, ich bin dann in Werdenberg angekommen. Das war eigentlich das Etappenziel vom Samstag.

Nach einem guten Mittagessen ginge es dann auf den Campingplatz. Das Zelt aufstellen war ein Abenteuer für sich. Zum glück hatte ich hier etwas Hilfe. Beim zweiten mal sollte es dann einfacher sein. Heute habe ich mich also entschieden, das gemütliche Hotelzimmer durch den Zeltplatz auszutauschen. Wie das wird, erfährt ihr dann in einem anderen Blog

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Der Anfang wollte also nicht so klappen wie ich das gerne gehabt hätte. Umso wichtiger sind all die Supporter die ich habe. Danke euch allen dafür.

So viele Geschichten…

Jetzt während der Vorbereitung auf die Tour, denke ich manchmal zurück. An die vielen Geschichten die ich erleben durfte. Nur noch ein bisschen mehr als einen Monat, und ich erlebe schon wieder Neue. Eigentlich schade, denn damit verstauben die Alten.

Hätte man mir mit 12 Jahren gesagt, dass das Leben mit einer Behinderung so aufregend sein kann, hätte ich vermutlich mit dem Zeigefinger an die Stirn getippt. Ich glaube, als normaler Mensch wäre mein Leben einfach nur immer dasselbe.

So erlebe ich immer wieder Neues, aber auch ich muss mich immer wieder aufs Neue auf die Abenteuer einlassen. Etwas vorzuhaben und es zu machen sind nämlich immer noch zwei paar Schuhe. Im Sport bin ich da relativ konsequent – in anderen Belangen nicht so. Warum das so ist, weiss ich auch nicht.

Ja, ich habe tatsächlich einiges veröffentlicht im Internet. Aber es könnte noch viel mehr sein. Es gibt so viele Geschichten, die ich nie aufs Papier gebracht habe. Es gibt Tage an denen denke ich, du solltest unbedingt mehr schreiben. Doch was sollen all die Informationen im endlosen Meer der Daten. Handkehrum können diese Geschichten vielleicht auch jemandem helfen. Aber werden sie dann auch gefunden? Natürlich nicht… wenn sie nicht veröffentlicht sind 😉

Und dann ist da auch noch die Frage nach der Zeit. Soll ich mich tatsächlich mit etwas altem aufhalten? Die Geschichte wird schliesslich JETZT geschrieben. Es würde doch reichen, euch am heutigen Geschehen teilhaben zu lassen. Doch genau damit habe ich ein Problem. Sich mitten in der Schlacht hinzusetzen und einen Bericht zu schreiben ist nicht mein Ding, dann will ich kämpfen!

Genau deswegen gibt es auch keinen Erfahrungsbericht über die letzte Tour… oder meine Erfahrung mit dem Krebs, oder wie ich mit 19 Jahren die Stützräder von meinem Fahrrad abmontierte und ohne davon fuhr. Die Frage ist halt, sind diese Geschichten noch wichtig. Für mich schon, denn sie bringen mir immer dann die Motivation zurück, wenn sie mir ausgeht.

Motivation brauche ich aktuell eigentlich immer mal wieder, selbst wenn es gut läuft. Aufbautraining ist immer hart, auch für mich. Ich habe nun die erste Woche mit sechs mal Training hintereinander relativ gut überstanden. Doch der Regenerationstag ist auch schon vorbei. Und nächste Woche will der Winter noch mal zuschlagen! Ich habe langsam genug von dem.

Ab jetzt beginnt der Sägezahn. Nicht die einzelnen Training sind es, sondern die Summe der Trainings. Mein Trainingsplan ist absolut am limit, aber aktuell bin ich gut drin. Ende Juni will ich auf 80km/Tag sein und das ohne Beschwerden. Dann hätte ich innerhalb eines halben Jahres den Aufbau von 10km mit Beschwerden zu 80km ohne Beschwerden geschafft. Wäre das nicht schon fast ein bisschen Traumszenario? Ja, auf eine Art schon.

Aber Leute, ich träume bereits schon weiter… wovon ist noch streng geheim. Ihr könnt ja mal raten.